Interview

Liebe Herrmann Männlich Leser,
im Interview können Sie sich eine eigene Meinung über die Ausflugsziele wie zum Beispiel Museen, Zoos, Brauereien und Freizeitparks selber bilden. Alle Interviewpartner stehen mit Bild und Vita zu ihrem Wort.

Herrmann Männlich im Gespräch mit Beate Schneider M.A., Leiterin Abteilung Bildung und Vermittlung / Neanderthal Museum Mettmann

Beate Schneider M.A.

Mitarbeit an Ausstellungen im Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln, am Iwalewa-Haus, Bayreuth und am Museum der Weltkulturen, Frankfurt am Main.

Seit November 2006 Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung am Neanderthal Museum.

Aufgaben v.a.: Vermittlung der Ausstellungsinhalte an unterschiedliche Besuchergruppen durch die Konzeption von Führungen, Workshops und Veranstaltungen.

HMM: Liebe Frau Schneider, vor ca. 150 Jahren wurde einer der wohl bekanntesten Deutschen entdeckt: Der „Neanderthaler“. Die weltberühmte Feldhofer Grotte, in der die Überreste dieser Berühmtheit gefunden wurden, ist heute parkähnlich angelegt und das Neanderthal Museum ist eines der beliebtesten und modernsten Museen Europas geworden. Ihre Dauerausstellung erzählt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die heutige Zeit. Was sind für Sie persönlich die 3 wertvollsten Ausstellungsstücke?

Steinzeit-Clooney_ copyright_ Neanderthal Museum_H. Neumann

Frau Schneider: Ganz klar der Neanderthaler im Anzug. Hier hat man den direkten Vergleich zur heutigen Erscheinungsform des Homo Sapiens. Dann möchte ich den Ersatzteillagermensch und die kleinen geschnitzten Frauenstatuetten im Kopfkino erwähnen. Jeder der das gesehen hat wird mich hier verstehen.

HMM: Welche Möglichkeiten stehen dem Besucher zur Verfügung um weitreichendere Hintergrundinformationen zu bekommen?

Frau Schneider: Viele multimediale Inszenierungen und Hörerlebnisse vermitteln zusammen mit unseren Exponaten und Lesetexten einen spannenden Einblick in die Archäologie und Paläoanthropologie. Zur individuellen Vertiefung stehen unsere Forscherboxen und PC-Stationen zur Verfügung. Und wenn Sie mit ihren ausländischen Freunden kommen wollen, fragen Sie an der Kasse nach den übersetzten Ausstellungstexten. Sie erhalten diese in zehn Sprachen, u. a. japanisch, russisch und türkisch!

HMM: Wer war denn Ihr prominentester Besucher?

Frau Schneider: Wen soll ich denn da nehmen? Die Politikprominenz wie Peer Steinbrück oder die, die ihn eher parodieren, wie Jürgen Becker, Dieter Nuhr, Harald Schmidt, Herbert Feuerstein, Elton oder Kaya Yanar waren alle schon mal da.

HMM: Wie viele Besucher haben Sie im Durchschnitt pro Jahr?

Frau Schneider: Uns besuchen 150.000 bis 170.000 Menschen pro Jahr.

HMM: Und wie lange dauert so ein Besuch bei Ihnen?

Frau Schneider: So lange man Spaß am Thema hat; ein Rundgang durch die Dauerausstellung kann schon mal 2-3 Stunden dauern. Einige Gruppen und Familien bleiben aber auch fast den ganzen Tag.

HMM: Was bieten Sie für Kinder?

Frau Schneider: Taschenlampenführungen, Steinzeitgeburtstage, Ferienprogramme, Kindernächte, Museumsfest, Steinzeitliche Workshops und Kinderführungen und unseren U-18ArchäoFoscherclub

Neanderthaler mit Maedchen_copyright_Neanderthal Museum_H. Neumann.jpg

HMM: Was könnte denn meine Frau besonders interessieren?

Frau Schneider: Im Neanderthal ist natürlich für jeden was dabei. Hier würde ich zusätzlich aber „Den Kunstweg“, unseren „Doggy Day“, und das Programm „coffee and conversation“ empfehlen: Das ist ein Programm mit einer Kurzführung und anschließendem Plaudern bei Kaffee und einem Stück Kuchen.

 

Bogenschiessen_copyright_Neanderthal Museum_H. Neumann.jpg

HMM: Was könnte ich meinen Freunden aus unserem Handballverein als besonders für Männer geeignet empfehlen?

Frau Schneider: Männer sind immer wieder von unseren Bogenbau- und Steinzeitmesser-Workshops begeistert. Für alle Fans des Bogeschießens: Ab dem 17. April bieten wir jeden zweiten Mittwoch kostenloses Bogenschießen an der Steinzeitwerkstatt an. „Steinzeit mit GPS“ ist ein tolles Programm für Gruppen, ab März warten steinzeitliche Geocachs darauf entdeckt zu werden.

 

HMM: Finde ich im Internet (Homepage, Twitter oder Facebook) aktuelle Informationen zu Veranstaltungen Workshops und Sonderausstellungen?

Frau Schneider: Ja, im Veranstaltungskalender auf unserer Homepage, auf Twitter, Facebook und in unserem Blog

HMM: Wann haben Sie denn geöffnet?

Frau Schneider: Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10-18 Uhr geöffnet.

HMM: Kann ich bei Ihnen Parkplätze finden und wie erreiche ich Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Oder haben Sie sogar Arrangements mit Tourismus-Pässen, Hotels oder Regio-Tickets?

Frau Schneider: Wir haben einen eigenen Parkplatz. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie uns mit der S28 in 20 Minuten vom Düsseldorfer Hauptbahnhof oder der S8 vom Wuppertaler Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn bietet ein Kombi-Ticket für Gruppen an.

HMM: Was würden Sie außer einem Besuch Ihres Hauses in Ihrer Region noch empfehlen?

Frau Schneider: Neben dem Museumsbesuch bietet sich ein Spaziergang durch das nahegelegene eiszeitliche Wildgehege oder über den Kunstweg „Menschenspuren“ an.

HMM: Vielen Dank für Ihre Zeit und weiterhin viel Erfolg.

Herrmann Männlichs Fazit

Das Neanderthal Museum bietet viel mehr als man auf Bildern sehen kann. Das Gefühl, unmittelbar also sozusagen „Aug in Aug“ vor unserer eigenen Vergangenheit zu stehen, ist beeindruckend. Und wenn man ganz ehrlich ist, dann kann man noch in seine alten genetisch fixierten Urinstinkte hineinhorchen. Das Neandertthal-Museum ist lehrreich, spannend, sehr modern, hoch professionell gestaltet und zu 100% Besuchenswert.

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