Interview

Liebe Herrmann Männlich Leser,
im Interview können Sie sich eine eigene Meinung über die Ausflugsziele wie zum Beispiel Museen, Zoos, Brauereien und Freizeitparks selber bilden. Alle Interviewpartner stehen mit Bild und Vita zu ihrem Wort.

Herrmann Männlich im Gespräch mit Dr. Rosita Nenno Stellvertretende Direktorin und Kuratorin des DLM Deutschen Ledermuseums und Schuhmuseums Offenbach

Sabine Finweg

Vita: Dr. Rosita Nenno, Kunsthistorikerin Stellvertretende Direktorin und Kuratorin für die Europa-Abteilungen des DLM Mitglied bei ICOM - Fachgruppe ICDAD (Museen für Angewandte Kunst und Design), DMB Mitglied u.a. im Frankfurter Kunstverein und im Bund Offenbacher Künstler 55 Jahre alt Studium der Kunstgeschichte/Romanistik/Islamische Kunst an der Universität des Saarlandes und an der Université Paris IV-Sorbonne. Im DLM seit 1989. Vorher: Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris; freiberuflich für Folkwang-Museum Essen, Kunsthalle Düsseldorf u.a.

 

 

HM: Sehr geehrte Frau Dr. Nenno, was sind für Sie persönlich die 3 wertvollsten Ausstellungsstücke oder Highlights Ihrer Sammlung?

Dr. Nenno: Aus dem Besitz eines Mandschu-Prinzen stammt ein Schattentheaterspielsatz, der sowohl einen Hochzeits- als auch einen Trauerzug beinhaltet. Letzterer ist so feingliedrig, dass auf den Fahnen jedes Standartenträgers eine komplette Szene aus dem Leben des Verstorbenen zu erkennen ist. Das Schattentheater wurde bei hohen Festen gespielt und konnte mehrere Nächte dauern. Es war eine zentrale Hochkunst im gesamten asiatischen Kulturkreis, wurde in China aber nach der Revolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Relikt der Kaiserzeit verboten. Der älteste Spielsatz aus chinesischem Adelsbesitz im DLM war 1790 zum 80. Geburtstag des Kaisers Qianlong zum Einsatz gekommen.

China Trauerzug Foto: Deutsches Ledermuseum

Um 1600 entstand in Oberitalien ein Schreibkabinett, auf dessen Schüben sich die Szenen der Genese in allerhöchster Handwerkskunst befinden: mit Handvergoldung, Ledermosaik und Pergamentauflage für die nackten Körper von Adam und Eva, deren Volumen und Binnenstruktur wie die Gesichter mit feinster Malerei gezeichnet sind. Besonders amüsant ist die Darstellung der Arche Noah auf der Verschlussklappe: paarweise laufen die Tiere in die Arche hinein, die Löwen grinsen zufrieden, und die Elefanten sind genauso dargestellt, wie man sie dem Künstler beschrieben hat: mit stämmigen Beinen, großen Ohren und trompetenartigen Rüsseln – in Realität hatte er sicher noch keinen zu Gesicht bekommen...

Adam und Eva Schreibkabinett - Foto: Deutsches Ledermuseum

Im Deutschen Schuhmuseum gibt es jede Menge Highlights, von den in Mainz gefundenen Römersandalen über die Schnabelschuhe und die in schwindelnde Höhen aufsteigende Chopinen bis zu den High Heels von Gucci, Louboutin oder Manolo Blahnik... Mein Lieblingspaar aber sind die „oben ohne Schuhe“ von Beth Levine, der Grande Dame des amerikanischen Schuhdesigns des 20. Jahrhunderts : die von kubistisch-geometrischer Kunst inspirierten Sohlen wurden mittels Kleberingen an den Fußsohlen befestigt – und angeblich konnte man darin sogar tanzen, wie es Judy Garland in einem eigens für sie angefertigten Paar aus rotem Satin mit Absatz bewiesen hat.

Turnschuhe von Joschka - Foto: Deutsches Ledermuseum

HM: Welches ist das teuerste / seltenste Stück und was kostet so was?

Dr. Nenno: Wenn wir unsere Sammlungen nach kommerziellen Gesichtspunkten bewerten, stehen die wertvollsten Stücke in der Indianer-Abteilung: Prachtvolle Männerroben mit Stickereien aus gefärbten Stachelschweinborsten, Bisonroben mit gemalten Schlachtenszenen oder die wunderbaren Darstellungen der Mandan, die der Schweizer Maler Karl Bodmer während seiner Reise in den 1830er Jahren mit dem Prinzen zu Wied am Missouri gefertigt hat. Sollte sowas im Handel – was selten vorkommt – auftauchen, darf man gerne eine halbe Million € dafür hinblättern – Tendenz steigend!

HM: Könnte ich das kaufen wenn ich soviel Geld hätte?

Dr. Nenno: Nicht bei uns!

HM: Wie viele Besucher haben Sie im Durchschnitt pro Jahr?

Dr. Nenno: 25.000 – 30.000, bei manchen Sonderausstellungen auch mehr

HM: Wie lange dauert ein Besuch bei Ihnen?

Dr. Nenno: Wer zum ersten Mal kommt, erwartet im DLM ein paar alte Koffer, Taschen und das Deutsche Schuhmuseum – Lederwaren halt, und Schuhe. Das ist auch alles da, und zwar auf höchstem Niveau, wie die „Offenbacher Lederwaren – Marken für die Welt“ im Dr. Jürgen Marschner-Saal, wo die besten Produkte der hiesigen Industrie quer durch das 20. Jahrhundert präsentiert werden: Goldpfeil, Seeger, Comtesse und Picard, aber auch Lizenzprodukte, etwa für Christian Dior und Jil Sander. Aber das DLM zeigt noch viel mehr, was sich im Namen Deutsches Ledermuseum nicht sofort transportiert. Einen ersten Eindruck von den weltumfassenden Sammlungen kann man sich in zwei bis drei Stunden verschaffen; dann weiß man zumindest, dass man sich in einem Mehrspartenmuseum befindet: Vom Handwerk zur Industrie, Kunsthandwerk und Design, aber auch Bestände, die man hier nicht erwartet: Europas bedeutendste Sammlung Asiatischer Schattentheater-Figurinen, eine Schwerpunktsammlung zu den nordamerikanischen Indianern, die auch Objekte aus dem Weltkulturen-Museum Frankfurt und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt präsentiert. Oder jetzt die neu eröffneten Asien-Säle. Ein Haus von der Größe des alten Frankfurter Städel (ohne deren neuen unterirdischen Saal) verlangt nach mehrmaligem Besuch – und jedes Mal einer neuen Überraschung!

HM: Haben Sie das ganze Jahr über geöffnet und gibt es saisonale Besonderheiten?

Dr. Nenno: Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 – 17 Uhr geöffnet. Nur Silvester ist geschlossen.

HM: Kann man bei Ihnen was essen und trinken?

Dr. Nenno: Das Café im Ledermuseum ist zu den Museumszeiten zugänglich, es gibt dort Kalt- und Warmgetränke sowie kleine Snacks. Auf Vorbestellung und für Gruppen bieten wir auch Kuchen aus einer hervorragenden lokalen Bäckerei oder kleine Gerichte an.

HM: Was bieten Sie für Kinder?

Dr. Nenno: Bei den Museumspädagogen des DLM können Führungen, Exkursionen (mit plastischem Gestalten) und Kindergeburtstage gebucht werden.

Damit der Besuch zu einem besonderen Erlebnis wird, stehen folgende Themen zu Wahl:

  • Highlights - Eine spannende Schnuppertour durch das Museum
  • Bisonhaut und Totempfahl - Unterschiede in den Kulturen nordamerikanischer Indianer
  • Schatten an der Wand - Das asiatische Schattenspieltheater als wichtiges Medium der Kommunikation
  • Schuhgeschichten – Von Römersandalen und Stelzschuhen, FlipFlops und HighHeels
  • Zeitreise durch Offenbach - Die Entwicklung vom Handwerk zur Industrie
  • Keine Panik auf der Titanic - Die Geschichte des Reisens vom Mittelalter bis zur Gegenwart
  • Farbiges Afrika - Einführung in die unbekannte Vielfalt des afrikanischen Kontinents
  • Eiskalt - Das harte und raue Leben der Inuit am Rande der Arktis
  • Steinhart - Speckstein als weltweit verbreitetes Gestaltungsmaterial (dreistündige Veranstaltung)
  • Das zweite Gesicht - Masken in den Kulturen der Welt. (5 Stunden. Es werden Masken aus Leder modelliert und bemalt. Ab 5. Klasse)
  • Muskeln und Sandalen - Römische Fußbekleidung vor 2000 Jahren. Herstellung von Sandalen nach römischem Vorbild für die eigenen Füße. (5 Stunden)
ObenOhneSchuhe von Beth Levine

HM: Was könnte Herrmann Männlichs Frau besonders interessieren?

Dr. Nenno: Taschen vom Mittelalter bis heute ? Schuhe der Völker der Welt ? Stöckelschuh und Overknee ? Seidenstiefeleletten von Sissi ? Leder-Overalls à la Emma Peel und goldene Python-Blousons von Gucci ? Die Welt der Indianer-Frauen oder Schattenspiel-Erzählungen über die Entführung der Prinzessin Sita ? – Vielleicht aber auch die Fußballschuhe von Sepp Maier !

HM: Welche Besonderheiten bieten Sie für Gruppen?

Dr. Nenno: Gruppenführungen zu den Highlights des Museums für Erstbesucher. Themenführungen für die, die tiefer in ein Sujet einsteigen wollen. Tagesarrangements mit Führungen im Haus, einem begleitet-geführten Spaziergang durch die Stadt und einem Essen in einem der schönen Lokale am Wilhelmsplatz, die deutsche oder internationale Küche bieten. Daneben sind unsere Mitarbeiter geübt im Umgang mit Menschen mit Behinderung, auch Führungen für Blinde werden nach Terminabsprache geboten. Das gesamte Haus ist barrierefrei – und war darin schon 1980 eines der ersten in Deutschland. s. Website DLM

HM: Machen Sie öfter Sonderausstellungen und Veranstaltungen und wenn ja welche in den nächsten 12 Monaten?

Dr. Nenno: Das Jahr 2013 steht unter dem Titel „Asien“ : Nach Japan und Tibet wird im April der große China-Saal mit den „Zehntausend Dingen unter dem Himmel...“ eröffnet, im September folgen die Bereiche Mongolei und Sibirien.

Als Sonderschau präsentiert die Künstlerin Karin Nedela ab Juni ihre Fotoserie APSARA - Die himmlischen Tänzerinnen von Kambodscha (Foto) Eröffnung am 7. Juni 2013 um 19 Uhr Ausstellungsdauer 8. Juni – 1. September 2013 Der Tanz ist die Seele Kambodschas. Verewigt in unzähligen Reliefs auf den Tempeln von Angkor, seit Jahrhunderten am königlichen Hof gepflegt, ist der klassische Tanz heute der Nährboden für moderne künstlerische Interpretation. Während der Stein, in den die Apsara von Angkor geschnitzt wurden, die Spuren der vergangenen Jahrhunderte trägt, ist es die flüchtige Schönheit der lebenden Tänzerinnen, die zu überdauern scheint. Die Schwarz/Weiß-Fotografien der Offenbacher Künstlerin Karin Nedela zeigen Darstellungen von Angkor Wat und umliegenden Tempeln, die die Unesco auf ihre Liste des Weltkulturerbes gesetzt hat. Die Fotos der Tänzerinnen während einer Darbietung in Siem Reap im Norden Kambodschas fangen in einer feinfühligen Stimmung Bewegung und Ausdruck der Performance ein.

Daneben ist noch bis 1. September die Ausstellung „Wettlauf mit der Vergänglichkeit – A race against transience“ zu sehen, die die Arbeit des Restaurierens und Konservierens von Leder mit Beispielen aus allen Kulturen belegt.

Im Frühjahr 2014 hebt das DLM dann einen besonderen Schatz ans Licht der Öffentlichkeit: das Frühwerk des französischen Schuhdesigners Roger Vivier, der spätestens seit den 1950er Jahren Weltruf errang mit seinen Entwürfen für Christian Dior und dessen New Look. Das Deutsche Schuhmuseum besitzt über 40 Prototypen, die der Meister von 1932 bis 1939 im Auftrag der Heyl’schen Lederwerke Liebenau in Worms für deren Pariser Haus Laboremus an der exklusiven Adresse 16, Place Vendôme gearbeitet hat.

Die Ausstellung läutet den Schwerpunkt „Schuh“ ein, zu dem auch eine Neukonzeption der Schuhmode von den Römern bis heute gehört. Kleine Kabinett-Ausstellungen – Entwürfe von jungen Designern, national und international, werden überraschend neue, experimentelle Ansätze zeigen.

HM: Finde ich im Internet aktuelle Informationen zu Veranstaltungen Workshops und Sonderausstellungen?

Dr. Nenno: Die Homespage www.ledermuseum.de zeigt das aktuelle Quartalsprogramm mit unseren eigenen und den Veranstaltungen anderer in unserem Haus, außerdem einen Info-Block mit Adressen, Anfahrt, Öffnungszeiten und dem Angebot unserer Gechenkboutique : eigene und für die Sammlungsbestände wichtige Publikationen, Kunsthandwerk aus aller Welt und exklusive Taschen und Kleinlederwaren. Auf facebook / DLM Deutsches Ledermuseum Offenbach / werden die aktuellen Veranstaltungen eingestellt und immer mal wieder auf tolle Angebote unserer weltweiten „Schwestermuseen“, auf brandheiße Modetipps sowie dem Blick der webmasterin nicht entgangene Skurrilitäten verwiesen...

Matao Tope Foto: DLM Deutsches Ledermuseum/Schuhmuseum Offenbach

HM: Was könnte Herrmann Männlich seinen Freunden als besonders für Männer geeignet empfehlen?

Dr. Nenno: Begeistert für Handwerk und Technik? Dann werfen Sie doch einen Blick in die Abteilung DAS LEDER – hier werden die unterschiedlichen Gerbtechniken sowie Verfahren zur Veredelung der Haut und des Leders demonstriert. Artenschutz ist dort ein Schwerpunkt, und bevor es den gab, zog in den 1930er Jahren Theo Ripper im Auftrag einer Offenbacher Gerberei nach Afrika, um dort Krokodile zu fangen. Eines seiner Prachtexemplare füllt die ganze Breite unserer Großvitrine !

„Vom Handwerk zur Industrie“ zeigt den Weg der lederverarbeitenden Berufe anhand alter Werkstätten und den Maschinen eines modernen Industriebetreibes auf.

Und für die ganz harten Männer stellt sich die Frage nach dem „Überleben im ewigen Eis“ – ein Einblick in die Kultur der Inuit in den Polarregionen.

Hochherrschaftlich und kämpferisch ging es an den Adelshöfen des fernen Ostens zu: Auf dem alten indischen Epos des Mahabaratha beruhen die Darstellungen des Thailändischen Schattenspiels, in denen sich verfeindete Familien wegen der Entführung einer Prinzessin bekämpfen, die Götter mischen mit – kennen wir das nicht alles auch aus dem Alten Griechenland?

Tja, und was wäre ein Ledermuseum wohl ohne Fetischkleidung ? Das Outfit einer Domina, hochhackige Lackstiefel, Handschellen und Peitsche... Begleitet wird die Dame übrigens von einem Gay Leatherman – damit alle auf ihre Kosten kommen !

Turnschuhträger? – Dann interessieren Sie sich sicher auch für die weißen Treter, die Joschka Fischer 1985 bei seiner Vereidigung zum ersten „grünen“ hessischen Umweltminister getragen hat – sie waren ein vestimentäres politisches Statement, gingen im Foto um die Welt und dürfen als bekanntestes Beispiel für die heute sicher schon drei Turnschuhgenerationen stehen...

HM: Wann ist der beste Zeitpunkt um ungestört und in Ruhe einen Besuch zu planen und wann sind die Ballungszeiten?

Dr. Nenno: Ein Haus mit über 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche kennt kaum „Ballungszeiten“ – die Gruppen und Einzelbesucher kommen, verteilen sich je nach Interessengebiet auf drei Geschosse... Es lässt sich zu allen Zeiten gemütlich durch unser Haus schlendern. Wer die Schulklassen meiden möchte, die v.a. die Indianerabteilung bevorzugen und danach im Café frühstücken, sollte nachmittags oder am Wochenende kommen.

HM: Welche regionalen Ausflugstipps würden Sie Ihren Besuchern gerne nach einem Besuch bei Ihnen zusätzlich empfehlen?

Dr. Nenno: Neben dem weltweit einmaligen Ledermuseum gibt es in Offenbach ein weiteres Kleinod, das Besucher aus der ganzen Welt anlockt: das Klingspor-Museum für die Schriftkunst im Büsingpalais – schließlich waren in Offenbach einmal wichtige Schriftgießereien ansässig, und die Hochschule für Gestaltung ist auch heute noch führend in der Ausbildung von Typographen und Buchgestaltern. Untergebracht ist die HfG übrigens in einem von dem Gründer des DLM entworfenen Gebäude, und der Komplex schließt eines der schönsten Renaissance-Schlösser südlich des Mains ein, wunderbar gelegen am Ufer des Flusses. Und kennen Sie schon den Wetterpark? (Schließlich wird hier ja das deutsche Wetter gemacht: Offenbach ist Sitz des Deutschen Wetterdienstes) Im Wetterpark lassen sich die Phänomene des Wetters wissenschaftlich entdecken, und ein schöner Spaziergang im Grünen ist er zudem.

HM: Kann ich bei Ihnen Parkplätze finden und wie erreiche ich Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Das DLM hat seine eigene S-Bahnstation Ledermuseum, die von Osten (Hanau), Süden (Dietzenbach) und Westen (Frankfurt / Frankfurt Hauptbahnhof und Flughafen) direkt angesteuert wird – Linien S1, S2, S8 und S9 – Ausgang Ludwigstraße. Öffentliche Parkplätze befinden sich schräg gegenüber an der Frankfurter Straße oder im Parkhaus der IHK an der Ludwigstraße mit direktem Ausgang auf den Museumsvorplatz. Besonders schön ist aber der Radweg entlang des Mains nach Offenbach, ob von West oder Ost....

HM: Warum ist das Ledermuseum so wenig bekannt außerhalb der Rhein-Main-Region?

Dr. Nenno: Das DLM ist ein großes Haus mit kleinem Budget. Es ist weder städtisch noch Landesmuseum, sondern – einmalig in der deutschen Museumslandschaft – eine Anstalt des Öffentlichen Rechts. Finanziert durch die Stadt Offenbach (die auch das Gebäude stellt), das Land Hessen, den Kreis Offenbach und alle Verbände und Institutionen, die mit der Leder- und Schuhindustrie verbunden sind, hatte es in den vergangenen 20 Jahren eine „Deckelung“ seiner Zuwendungen hinnehmen müssen, so dass für die überregionale Werbung kein Spielraum mehr blieb. Dank der großen Anstrengungen unserer Träger dürfen wir im Moment ein bisschen durchatmen - selbst wenn es auch in Zukunft keine flächendeckenden Plakatierungen von uns geben wird / kann.

Generell muss aber hinzugefügt werden, dass viele mit dem Titel „Deutsches Ledermuseum“ wenig anfangen können und tatsächlich nur an die für Offenbach so typischen Lederwaren denken. Besucher, die erst mal die Schwelle des DLM überschritten haben, haben so aber garantiert ein AHA-Erlebnis – sie betreten ein Universum in Leder. Und machen für uns dann die beste Mund-zu-Mund-Propaganda.

Herrmann Männlichs Fazit

Ich war überwältigt von der Vielfalt. Eine Schatztruhe die ich hier und in der Art nicht erwartet hätte. Letztlich ist meiner Meinung nach ein Abstecher / ein Besuchr des Deutschen Ledermuseums und Schuhmuseums ein MUSS für jeden der irgendwann nur in der Nähe von Offenbach / Frankfurt vorbeikommt.

Das DLM gehört sicher zu den meist-unterschätzten Museen Deutschlands – lassen Sie sich also überraschen von unerwarteten Highlights in Leder!

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