Interview

Liebe Herrmann Männlich Leser,
im Interview können Sie sich eine eigene Meinung über die Ausflugsziele wie zum Beispiel Museen, Zoos, Brauereien und Freizeitparks selber bilden. Alle Interviewpartner stehen mit Bild und Vita zu ihrem Wort.

Herrmann Männlich im Gespräch mit Sigrid Daum der Leiterin des Kulmbacher Mönchshofs

Sigrid Daum

 

Verantwortlich für das Mönchshof-Bräuhaus und das Bayerische Brauerei- und Bäckereimuseum

Kulmbach mit dem MUPÄZ (museumspädagogischen Zentrum)

 

 

HMM: Sehr geehrte Frau Daum, was sind für Sie persönlich die 2 wertvollsten Highlights?

Frau Sigrid Daum: Im Brauereimuseum ist es die „Bieramphore“ - in der Amphore, die 1935 bei Ausgrabungen im Pfarrholz bei Kasendorf (Landkreis Kulmbach) gefunden wurde, bewahrte man in der Hallstattzeit (800 – 600 v. Chr.) vermutlich Bier auf. Der damalige Stadtschulrat Max Hundt hatte den sensationellen Fund in einem der dortigen Hügelgräber entdeckt. Inhalt der Amphore waren Reste von „Bierbrot“ und Eichblättern – beides Indizien für die Bierherstellung früherer Zeiten. „Bierbrot“ verwendete man üblicherweise als Grundsubstanz - der Sauerteig aus Getreide ließ sich gut vergären. Eichenblätter waren vor der Entdeckung des Hopfens ein geeignetes Mittel, um das Getränk haltbar zu machen. Dieser Fund ist der älteste Hinweis für Bierbrauen in Deutschland.

Außerdem ist mir das Backhäusl vom Bärnhof (ebenfalls Landkreis Kulmbach) besonders ans Herz gewachsen. Seit Jahrzehnten unbeachtet, war es wohl dem Verfall preisgegeben. Nun prangt es am Eingang zu unserem Bäckereimuseum. Auf dem Lande war es bis ins 20. Jahrhundert üblich, das Brot selbst zu backen. Durch die räumliche Trennung der Backöfen von den Wohnhäusern versuchte man die Brandgefahr zu reduzieren. Im Fränkischen waren auch gemeinschaftliche Dorfbacköfen üblich.

HMM: Welches ist das teuerste/ seltenste Stück und was kostet so was?

Frau Sigrid Daum: Die meisten Exponate hat unser Museumsleiter Bernhard Sauermann zusammengetragen. Er hat „ein Händchen für Dinge“, manchmal denke ich, die Exponate suchen ihn. Er erkennt den Wert der Dinge, der wohl nur im Auge des Betrachters liegt und schlecht in € darzustellen ist. Wie z. B. bei unserem Bäckerladen der Fam. Friedrich Will aus den 1930er Jahren. Er stammt aus Neuensorg, einem winzigen Ort aus dem Frankenwald. Als der Bäcker Friedrich Will gestorben war, führte seine Witwe den Laden weiter – beliefert von ihrem Sohn Hans, der sich in der nächst größeren Ortschaft eine eigene Bäckerei aufgebaut hat. Margarete Will war eine Institution, Versorgungs- und Kommunikationszentrum gleichermaßen. In kleinen Ortschaften, wo der Bäcker oft den einzigen Laden hat, werden neben Backwaren auch andere Dinge des täglichen Bedarfs verkauft und so führte die „Rettl“ auch Schuhbänder, Hosengummi, Kerzen und vieles mehr. Nach dem Tod der Mutter, sperrte Hans Will den Laden zu – der versank viele Jahre in einen Dornröschenschlaf, bis er durch Bernhard Sauermann wachgeküsst wurde. Ein echter Glücksfall. Wir konnten ihn im Museum aufbauen und viele Menschen verweilen nun lange in dem Bäckerladen berührt von Erinnerungen an ihre Kindheit. Hans Will hat uns den Laden geschenkt. Er kostete uns die Arbeitsstunden des Umsetzens, den Transport und die Konservierung, überschaubare Kosten aber wert ist er mit seiner Geschichte und seiner Originalität ein vielfaches - und kaufen kann sich so einen Laden wohl niemand.

HMM: Wer war Ihr prominentester Gast und wann war er da?

Frau Sigrid Daum: Der prominenteste politische Besucher war wohl Ministerpräsident Horst Seehofer, der mit dem Fernsehkoch Alexander Herrmann und unserem OB Henry Schramm in unserem MUPÄZ (Museumspädagogischen Zentrum) Besucher mit einer Kochshow überraschte. Außerdem erfreuen wir uns in regelmäßigen Abständen majestätischer Aufwartung: Die Favoritinnen bei der Kür der Bayerischen Bierkönigin absolvieren im Bayerischen Brauereimuseum erst ein Bierseminar mit Brautag und einen Kochkurs zum Thema „Kochen mit Bier“, bevor sie zur Endausscheidung zugelassen werden.

HMM: Wie viele Besucher haben Sie im Durchschnitt pro Jahr?

Frau Sigrid Daum: Ca. 40.000 Gäste besuchen uns jährlich – zumeist in kleinen Gruppen zu ein paar vergnüglichen Stunden im Kulmbacher Mönchshof. Der Kulmbacher Mönchshof bietet „Bierkultur und Biergenuss unter einem Dach“ – nach dem Besuch in einem der Museen kann man die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse im Mönchshof-Bräuhaus kulinarisch vertiefen, das lockt nicht nur Fußball- und Kegelclubs an.

HMM: Wie lange dauert ein Besuch bei Ihnen?

Kulmbacher-Moenchshof

Frau Sigrid Daum: Unsere Museen können sich Besucher gerne alleine erschließen (wobei die Verweildauer ganz vom Interesse der zeitlichen Disposition des Besuchers abhängig ist), man kann aber mit Voranmeldung eine Führung bestellen, die dann jeweils ca. 1 Std. dauert.

Ein Besuch im Mönchshof insgesamt kann jedoch wesentlich länger dauern – unter dem Motto: „Kultur und Genuss unter einem Dach“ haben wir eine ganze Reihe „touristische Pakete“ aufgelegt, die einen Besuch in einem der Museen oder eine Museums-Kombination mit einem geselligen Erlebnis im Mönchshof-Bräuhaus verbindet – vielleicht eine lustige Bierprobe oder eine „Biermeisterschaft“. Auch Tages- oder Wochenendprogramme bieten wir pauschal oder individuell an, wie z.B. unser „Bierkulturelles Wochenende“ oder „ein Tag im Mönchshof“. Dabei verknüpfen wir, je nach Gusto der Besucher, auch weitere Erlebnisbausteine aus der Region mit den unseren - so z.B. mit einer Burg- oder Stadtführung.

Sehr beliebt sind auch die Kombinationen: Besuch eines der Museen und anschließender unterhaltsamer Kochkurs mit gemeinsamen Essen. Daran sind besonders Firmen interessiert, die dieses Programm gerne mit guten Kunden (Kundenbindung) oder mit einzelnen Abteilungen ihres Unternehmens (Teambuildingsmaßname) wahrnehmen – das beginnt meistens gegen 17.00 Uhr mit einer Führung und geht dann nach einem kleinen „Probierschluck“ in die Kochaktion über - Ende ca. 22.00 Uhr - dauert jeweils ca. 5 Std.

HMM: Haben Sie das ganze Jahr über geöffnet und gibt es saisonale Besonderheiten?

Frau Sigrid Daum: Der Mönchshof ist während des ganzen Jahres sehr lebendig – montags haben wir allerdings immer Ruhetag.

Der Reigen der saisonalen Besonderheiten beginnt am 5. Januar mit dem „Stärk' antrinken“, einem keltischen Brauch, der sich in verschiedenen Gegenden Oberfrankens noch erhalten hat – dazu brauen wir in unserer Museumsbrauerei einen leckeren hellen Bock ein.

Im März folgt ein „Kellerbierfest“.
Mai = Biergarteneröffnung mit „Gartenweizenanstich“; Vatertag.
Juni = „Alte Liebe rostet nicht“ - Oldtimertreffen mit Oldienight; „Blaicher Kerwa“ (5 Tage Traditionsfest).
Juli = „Blaicher Wiesenfest“ – Kinderfest mit buntem Umzug und reichhaltiges Programm mit viel Spaß und Gaudi im Biergarten; „Fiesta Latina“ – Heiße Rhythmen, südamerikanisches Flair, leckere Cocktails und temperamentvolles Showprogramm.
Aug.= Konzert mit „Rekkenze Brass“ + Gästen; Seniorengregorie – „Kinderfest für Ältere und Junggeblieben“; Kräuterwochen.
Sept. = Family-Fun-Fest – der Mönchshof verwandelt sich in eine riesige Spielestadt – ein Erlebnis für die ganze Familie; Erntedankfest mit Erntedankbier-Anstich und Kartoffelschälwettbewerb.
Okt./Nov. = vielseitiges Kabarettprogramm – Promis und Newcomer; Skibörse; Lions-Flohmarkt.
Dez. = am 3. Advent - Weihnachtsmarkt auf dem gesamten Mönchshofgelände; Tag der offenen Tür in den Museen.
Ca. 10 Mal im Jahr gibt es ein „Bierseminar – riechen, schmecken, hören sehen… - eine Schulung rund ums Bier und seine Entstehung.

Und vier Mal im Jahr rollt unter dem Motto „Vom Eisenbahnerhimmel ins Bier- und Brotparadies“ der historische Schienenbus direkt vom Mönchshof bis in das ca. 25 km entfernte Dampflokomotivmuseum in Neuenmarkt und kommt am Abend zurück.

Daneben gibt es noch viele, viele kleine Veranstaltungen (wie z.B. Wirtshaussingen), Aktionswochen, Diavorträge und Kochaktionen - die jeweiligen Termine erfahren Sie über www.kulmbacher-moenchshof.de

HMM: Was bieten Sie für Kinder?

Frau Sigrid Daum: Im Biergarten haben wir einen Abenteurerspielplatz (von Sandkasten für die Kleinsten bis Kletterwand für die Größeren);
Im Mönchshof-Bräuhaus gibt es eine spezielle Kinderkarte und eine Spielzeugecke, damit der Aufenthalt für die Kids nicht langweilig wird; In den Museen, einschließlich MUPÄZ werden allerlei kindgerechte Führungen und Aktionen angeboten – von Brötchenbacken, über Kindergeburtstag bis zu „Kochen wie Pipi Langstrumpf“.

HMM: Was könnte Herrmann Männlich's Frau besonders interessieren?

Frau Sigrid Daum: Der Valentinstag! – Da gibt es eine besondere Aktion für Sie und Ihn: „Wie koch´ ich meine Liebste weich?“

Nach einem gemeinsamen Willkommensschluck gehen die Damen zu einer unterhaltsamen Exkursion durch die Museen. Währenddessen bereiten die Herren im MUPÄZ ein mehrgängiges Menü zu, das ganz nach dem Geschmack der Damen sein wird. Es schließt sich ein romantisches gemeinsames Essen in stimmungsvoller Atmosphäre an.

Sollte sie selbst auch Spaß am Kochen haben hat sie bei vielen Aktionen die Möglichkeit selbst Hand anzulegen – über Facebook und unsere Homepage erfährt sie genaueres.

Kulmbacher-Moenchshof

HMM: Welche Besonderheiten bieten Sie für Gruppen?

Frau Sigrid Daum: Da bieten wir gleich mehrere Möglichkeiten

Reduzierte Eintrittspreise und Pauschalprogramme: „Bierkulturelle Einkehr“, „Schmankerlmenü“, „Kapuzinertafel“, Moderierte Bierprobe, Zapferprüfung, Biermeisterschaft;
Tagesprogramme: „Heute back' ich, morgen brau' ich“; Kulmbacher Bierreise im Mönchshof“, „Kulmbacher Bierkocherei“, „Erinnerungen an frühere Zeiten“, „Spazier zu Burg und Bier“, Tagesbierseminar;
Zweitagesprogramme: „Kultur & Genuss in Kulmbach“
Dreitagesprogramme: „Bierkulturelles Wochenende“, „Bier- und Eisenbahnerwochenende“.

HMM: Was könnte Herrmann Männlich seinen Freunden als besonders für Männer geeignet empfehlen?

Frau Sigrid Daum: Ebenfalls den Valentinstag im MUPÄZ und: einen Bus-Ausflug mit ihrem Stammtisch, dem Kegelclub oder der Feuerwehr in den Kulmbacher Mönchshof zu einer Führung durch das Bayerische Brauereimuseum mit anschließendem Mittagessen und einer kleinen Bierprobe im Mönchshof-Bräuhaus. Am Nachmittag eine schöne Wanderung durch die liebliche Landschaft zum Mainzusammenfluss und zur Plassenburg, dem Wahrzeichen Kulmbachs. Am Abend ein fröhlicher Ausklang mit unserem „singenden Mönch“ , einem fränkischen Buffet und dem guten Kulmbacher Bier. Oder den Vatertag, oder das Oldtimer-Treffen, oder, oder, oder…

HMM: Wann ist der beste Zeitpunkt um ungestört und in Ruhe einen Besuch zu planen und wann sind die Ballungszeiten?

Kulmbacher-Moenchshof

Frau Sigrid Daum: Gerne berät Sie unsere Frau Schubert, die alle unsere Möglichkeiten abwägt und gerne individuell berät. Sie vermittelt gegebenenfalls auch Hotelzimmer und weitere Ausflugziele. Sie ist von Montag bis Freitag-Mittag unter der Tel. Nr. 09221/805-14; Fax Nr. 09221/805-15; e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen.

HMM: Welche regionalen Ausflugstipps würden Sie Ihren Besuchern gerne nach einem Besuch bei Ihnen zusätzlich empfehlen?

Frau Sigrid Daum: Auf jeden Fall die majestätische Plassenburg, die über der Stadt thront, vielleicht eines der Museen auf der Burg (dt. Zinnfigurenmuseum, Landschaftsmuseum Obermain oder die Staatlichen Sammlungen) aber auch die idyllische Altstadt mit ihren romantischen Winkeln.

HMM: Kann ich bei Ihnen Parkplätze finden und wie erreiche ich Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Frau Sigrid Daum: Im Mönchshof sind ausreichend Parkplätze vorhanden – innerstädtisch folgen Sie bitte der Beschilderung „Klinikum“ – zu dessen Füßen finden Sie den Kulmbacher Mönchshof in der Hofer Straße 20. Der Stadtbus hält direkt vor unserem Parkplatz und der Bahnhof ist in ca. 10 Min. zu Fuß zu erreichen.

Herrmann Männlichs Fazit

Erlebnisreich! Auf dem Gelände der alten Mönchshof-Brauerei Kulmbach finden Sie neben der traditionsreichen Brauerei-Gaststätte "Mönchshof-Bräuhaus" auch das Bayerische Brauereimuseum, das Bayerische Bäckereimuseum und das Museumspädagogische Zentrum. Gleich 4 Locations in einem.

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